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Ostern einmal anders

Der Odenwälder Osterhase hatte 2016 nicht nur Eier im Korb sondern auch jede Menge Spaß für Pferd und Reiter. Auf dem Fasanenhof in Lautertal/Staffel ging es bereits am Gründonnerstag los: Trainer Björn Reinert bereitete 10 Teilnehmer auf das bronzene und silberne Reitabzeichen vor. (mehr …)

Mai 5, 2016 | Posted by in News | Kommentare deaktiviert für Ostern einmal anders

Mein Profitipp: „Das Anweiden“

Jedes Jahr im Frühling erlebe ich erneut, wie sich unsere Einsteller mit Unsicherheit und Sorge dem Thema des Anweidens widmen. „Kann mein Pferd eine Kolik bekommen, wenn es nicht richtig angeweidet wird?“ oder „Kann mein Pferd Hufrehe bekommen“ sind nur einige der Fragen, die besorgte Pferdebesitzer im Frühling umtreibt. Deshalb möchte ich heute einen Einblick in die Thematik des Anweidens geben.

Genuss mit Regeln

Nach einer langen Winterpause ist es nur verständlich, dass sich Pferde nach frischem Gras sehnen. Und es ist ganz natürlich, dass Sie Ihrem Pferd ermöglichen möchten, endlich wieder zu grasen. Wenn Sie beim Anweiden einige Regeln beachten, wird ihr Pferd diese Übergangsphase gesund meistern.

Anweiden (1)

Warum überhaupt Anweiden?

Das Anweiden unterstützt die Darmflora Ihres Pferdes. Mit gezielten und schonenden Anweiden ermöglichen Sie ihrem Pferd, sich langsam vom trockenen Heu auf feuchtes Gras umzustellen. Auf dem Fasanenhof erleichtern wir unseren Pferden diese Umstellung, indem wir unsere Fütterung ab Februar von Heu auf Heulage und dann auf Pferdesilage umstellen. Dies ist mit Sicherheit die schonendste Umstellung für den Magen-Darm-Trakt Ihres Pferdes. Alle größeren Reitstallbetriebe wenden diese Methode des Anweidens auch aus Gründen der Umsetzbarkeit an. Haben Sie einmal beobachtet haben, wie Pferde nach der Winterpause beim ersten Weidegang nach Draußen drängen? Dann können Sie sich sicher vorstellen, dass es unmöglich ist, 70 oder mehr Pferde für 10 Minuten auf eine Weide zu entlassen und dann „schnell“ wieder in den Stall zu bringen. In kleinen Privatställen ist das viel einfacher.

Anweiden in privaten Haltergemeinschaften

Wenn Ihr Islandpferd in einer kleinen, privaten Haltergemeinschaft untergebracht ist, können Sie 10-14 Tage vor dem endgültigen Weidegang damit beginnen, es an das frische Gras zu gewöhnen. Lassen Sie es zunächst einige Tage nur 10 Minuten grasen, dann steigern sie die Zeit – je nach Ihren Möglichkeiten.

Anweiden (2)

Endlich raus – eine Bauernregel als Maß

Junges, frisches Gras ist sehr reich an Eiweiß. Diese Menge an Eiweiß können Pferde, besonders Robustpferde wie Islandpferde, oft nur ungenügend verarbeiten. Auf dem Fasanenhof richten wir uns nach einer alten Bauernregel die besagt, dass ein Pferd erst dann auf die Koppel gelassen wird, wenn das Gras die Höhe einer Weizenbierflasche erreicht hat. In dieser Wuchshöhe enthält es einen hohen Anteil aus Rohfasern und einen weitaus geringeren Anteil an Eiweiß. Je reichhaltiger an Rohfasern und ärmer an Eiweiß das Gras ist, desto unwahrscheinlicher ist es, dass Ihr Pferd sich durch dessen Verzehr eine Kolik oder Hufrehe zuzieht.

Probleme trotz sanfter Umstellung

Manchmal kommt es bei einigen Pferden trotz langsamer Futterumstellung beim ersten Weidegang zu leichtem Durchfall. Sie können Ihr Pferd dann gut unterstützen, indem Sie täglich einen halben Backhefe-Würfel zufüttern. Außerdem sollten Sie das Kraftfutter Ihres Pferdes stark reduzieren oder ganz ausfallen lassen. Grundsätzlich gilt, die Kraftfuttermenge Ihres Pferdes immer der geleisteten Arbeit anzupassen. Ihr Pferd wird über das nahrhafte erste Gras des Jahres ohnehin reichhaltig versorgt! Sollte Ihr Pferd trotz dieser Maßnahmen mit lang anhaltendem Durchfall und Kotwasser reagieren, muss ein Tierarzt zu Rate gezogen werden!

Heu-Nörgler

Wenn Ihr Pferd ohnehin nur sehr zögerlich Heu frisst, wird es sich nach jedem Grashalm recken, der sich bietet. Wir haben die Erfahrung gemacht, dass solche „Heu-Nörgler“ nicht zu früh auf den Geschmack von frischem Gras kommen dürfen, da sie nach der ersten Kostprobe des frischen Grüns ihr Heu komplett verweigern. Es ist unglaublich zu beobachten, wie standhaft Pferde dann in Futterstreik gehen. So gut Ihre Intentionen auch sein mögen: Sie tun einem solchen Pferd keinen Gefallen, wenn sie es schon mehrere Wochen vor Beginn der Weidesaison anweiden.

Anweiden überflüssig

Pferde, die rund um das Jahr auf Standweiden stehen, müssen gar nicht angewendet werden. Sie haben sich bereits über den Winter und in den beginnenden Frühling hinein an Gras gewöhnt. Oft beobachten wir unsere Fohlen, Jungpferde und Zuchtstuten, wie sie trotz Schneedecke einen Weg finden, an Gras zu gelangen. Ihre Darmflora ist damit bereits optimal auf das eiweißhaltige Frühlingsgras vorbereitet. Zudem ist ihr Biorhythmus besser in der Lage, das hohe Eiweißangebot zu verwerten. Fohlen und Jungpferde wachsen am schnellsten im Frühjahr und Zuchtstuten benötigen das Eiweiß zur Versorgung der Plazenta.

Rechtzeitig entwurmen

Steht der Termin für den Weideauftrieb? Dann denken Sie daran, Ihr Pferd noch einmal gegen Rundwürmer behandeln zu lassen!

Weiter wachsam bleiben

Auch wenn das Anweiden Ihres Pferdes problemlos verlief, besteht die Gefahr, dass sich Ihr Pferd in der Weidesaison eine Hufreheerkrankung zuzieht. Besonders hoch ist die Gefahr, wenn die Pferde schon einige Monate grasen konnten. Gefährdet sind vor allem ältere Pferde und Pferde, die unter großer Gewichtszunahme leiden und dabei gleichzeitig zu selten aktiv gearbeitet werden. Die einfachste Art, diesen unerwünschten und nicht ungefährlichen Gewichtszunahmen bei Pferden vorzubeugen ist, Weideflächen der Größe der Herde entsprechend in einzelne Parzellen zu unterteilen. So ist das Angebot an Gras zwischenzeitlich auch einige Tage rationiert. Diese „Fresspause“ brauchen Pferde dringend, denn sie haben keine natürliche Hemmschwelle und nehmen Gras so lange auf, wie es zur Verfügung steht, ohne dabei das aufgenommene Eiweiß auch tatsächlich zu verwerten. Es tut ihrem Pferd in dieser Zeit übrigens ausgesprochen gut, regelmäßig geritten zu werden. Frühling und Frühsommer bieten dafür ja in der Regel optimale Bedingungen.

Apr 13, 2016 | Posted by in Profitipps | Kommentare deaktiviert für Mein Profitipp: „Das Anweiden“