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Fasanenhof in Lautertal-Staffel wird erster IPZV-zertifizierter Betrieb in Hessen

Vier Sterne Beitragsbild

Blumen und Glückwünsche für die „vier Sterne“ des Fasanenhofes

Ria Koob, Björn Reinert, Christina und Emil Koob freuen sich, Martin Cornelius überreicht Blumen. (v.l.)

Reitschüler, Einsteller und Pferde haben es immer schon gewusst: Hier ist gut Mensch und Tier sein. Jetzt ist es auch amtlich und offiziell, der Fasanenhof in Lautertal-Staffel wurde als erster Islandpferdebetrieb in Hessen nach den neuen Richtlinien des IPZV zertifiziert und mit vier Sternen bewertet. Mit strahlenden Gesichtern nehmen Christina, Ria, Björn und Emil Glückwünsche und Blumen entgegen. Viele ihrer Einsteller und Reitschüler sind dem Fasanenhof und der angeschlossenen Reitschule Posthof seit Jahren treu. Ein Grund mehr, gemeinsam die vier Sterne zu feiern! Martin Cornelius, der seine Pferde als einer der ersten Christina anvertraut hat, hat den Aufbau des Familienbetriebes hautnah, und oft auch tatkräftig, miterlebt: „Wenn man sich heute so umsieht – da hat sich viel getan. Am Anfang hatten wir nur den Reitplatz und das Gelände. Heute kann man zwischen Sandring, Roundpen, Reitplatz und Ovalbahn wählen.“ Seine Frau und er sind begeisterte Wanderreiter und finden es prima, dass die Zugangswege zum Geopark Odenwald mit dem faszinierenden Felsenmeer direkt vor dem Hoftor beginnen. „Für mehrstündige Ausritte und auch mehrtägige Reittouren ist das ideal“, ergänzt er. Auf die Frage nach ihren Gründen, sich als erster Hof in Hessen zertifizieren zu lassen, antwortet Christina: „Es ist ein neutrales Urteil, das Menschen von außen zeigt, wie der Hof bewertet wird, wenn sie eine Reitschule oder einen Einstellplatz suchen. Auf dem Schild ist eine gewisse Sternzahl angezeigt, der Hof hat also einen gewissen Standard, hier kann ich dieses und jenes erwarten.“ „Und jeder kann das Prüfungsprotokoll natürlich im Internet einsehen – das macht es noch transparenter“, ergänzt Björn. Ihr Tipp für Betriebe, die ihrem Beispiel folgen möchten: Sich nicht ganz speziell nur für diesen Prüfungstag vorbereiten. Für das Warum hat die gelernte Pferdewirtin gute Argumente: „Der Hof soll sich so präsentieren, wie er im Alltag ist. Den hohen Standard in Sauberkeit und Sicherheit muss man auch halten können, es soll nicht nur ein einmaliger Aufwand sein. Es macht keinen Sinn, wenn die Einsteller sagen, wo ist denn hier der Stern – hier sieht es doch meistens aus wie hinter dem Misthaufen! Die Anstrengungen sollen ja nicht nach dem Prüfungstag aufhören.“

Die Autonummern auf dem Parkplatz des Hofes sprechen für sich: Von Heidelberg bis Mainz und von Erbach bis Mannheim reicht das Einzugsgebiet. Die Anziehungskraft ihres Betriebes ist für die beiden Trainer B kein Geheimnis: Vom Beritt und der Ausbildung von Jungpferden über den regulären Reitunterricht bis hin zu Kursen mit speziellen Inhalten reicht das Spektrum ihres Trainings- Angebotes. Das Alter der Reitschüler bewege sich zwischen 5 und 65, erklärt das Paar lachend. Auch Martin Cornelius weiß, warum er dem Fasanenhof treu geblieben ist:

„Meine Frau und ich arbeiten viel. Da hat man eigentlich keine Zeit, sich um Beschlags- oder Impftermine zu kümmern. Das übernimmt alles der Hof. Wir kommen oft nur zum Reiten und Entspannen. Und im Urlaub ist der Rundumservice natürlich ideal.“

Eine artgerechte Unterbringung auf großen Weiden im Sommer und in Offenställen im Winter mit gesunden Sozialkontakten helfe den Pferden gegen Langeweile, meint Björn Reinert. Und Christina Koob fügt hinzu: „Wir richten uns aber nach den Wünschen der Besitzer und bieten auch Boxen mit Paddockgang an.“

Dass hier ein Familienbetrieb mit Leidenschaft geführt wird, ist deutlich zu spüren. Neben den beiden Pferdewirten ist auch Christinas Mutter, Ria Koob, mit von der Partie. Sie kümmert sich um den Reiterladen Rias Reiterwelt sowie die Buchhaltung, und betreut, wenn nötig, ihren Enkel Emil. „Jetzt hätten wir fast unser „Odenwälder Urgestein“ vergessen!“ ruft Christina Koob schnell, „das Ehepaar Krämer!“ Sie seien Nachbarn, deren Hof man dazu gepachtet habe. Zwar sei man nicht verwandt, inzwischen gehörten Krämers aber mit zur Familie, seien bei allen Hoffesten und Geburtstagen mit dabei. „Beide bringen ihre große landwirtschaftliche Erfahrung mit ein – sie kennen jede Laune des Odenwälder Wetters ganz genau und kümmern sich um die Bäche und Weiden“ ergänzt Björn Reinert.

Eines ist klar: Das Paar wird sich nicht auf seinen vier Sternen ausruhen, konkrete Pläne für die Zukunft gibt es genug. So liegen die Genehmigung und die Planung für eine Reithalle bereits in der Schublade und warten auf ihre Umsetzung. Das herrliche Ausreitgelände im Geopark rund um das Felsenmeer soll interessierten Reitern auch über eine Wanderreitstation zugänglich gemacht werden. Ein Projekt liegt beiden besonders am Herzen, das hört man deutlich, wenn sie begeistert davon berichten: „Wir haben beide sehr früh – mit sechs Jahren – mit dem Reiten begonnen. Damals war die Unterstützung von begabten Kindern und Jugendlichen meist allein Sache der Eltern. Mit unserer Talentschmiede wollen wir das ändern. Wir sind beide erfahrene Sportreiter und möchten unser Wissen und unsere Erfahrung an Kinder und Jugendliche weitergeben – auch jene, die vielleicht anfangs gar kein eigenes Pferd haben. Im Vordergrund steht in der Talentschmiede aber der Spass am Reiten und am Umgang mit dem Tier.“

Natürlich soll der eigene Sport nicht zu kurz kommen, bisherige Erfolge sollen ausgbaut und gefestigt werden. In Björn Reinerts erfahrenen Händen liegt die Ausbildung der Jungpferde. Und deshalb wird es in naher Zukunft besonders spannend, da die ersten Pferde aus eigener Zucht in den Startlöchern für ihre Ausbildung stehen. Björn fasst zusammen: „Eigentlich haben wir mit der Entwicklung des Hofes eine Mittelphase erreicht. Erst jetzt, nach zwölf Jahren, haben wir eine solide Grundlage für den Betrieb geschaffen und nun die Zeit, eigene Ideen zu verwirklichen und Neues auszuprobieren.“

Die vier Sterne stehen also nicht am Ende eines Weges sondern sind für den Fasanenhof in Lautertal-Staffel und Christina, Ria, Björn und Emil erst der Anfang!

Foto: Anja Klenk

Aug 1, 2015 | Posted by in News | Kommentare deaktiviert für Fasanenhof in Lautertal-Staffel wird erster IPZV-zertifizierter Betrieb in Hessen