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Springkurs auf dem Fasanenhof — „So glücklich war mein Pferd noch nie!“

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Springen? Mit Islandpferden? Nicht alle Einsteller und Gäste waren von Christina Koobs neuem Kursangebot gleich richtig überzeugt. Schließlich denkt man bei Islandpferden nicht unbedingt ans Springen. Wer aber davon ausging, dass sie es nicht können, wurde beim Springkurs auf dem Fasanenhof Ende September eines besseren belehrt!. Bei donnerndem Applaus für Pferde und Reiter.

Ängste überwinden, bei Pferden und Reitern

Zunächst stand der „Leichte Sitz“ auf dem Programm, und zwar in Theorie und Praxis. Sechs Reiterinnen und zwei Reiter machten sich auf dem Reitplatz zunächst mit den Sitz-Voraussetzungen vertraut. Mit den kurzen Steigbügeln erschien selbst das Traben über Stangen als Herausforderung. Nach der Mittagspause ging es dann aber erst richtig los – und da mussten auch einige innere Schweinehunde überwunden werden.

„Die Motivation der Gruppe hat mich getragen“

„Kann mein Pferd das wirklich? Und traue ich mich überhaupt?“ Die Unsicherheit stand einigen Kursteilnehmern förmlich ins Gesicht geschrieben. Nach dem Motto jetzt oder nie wagte sich die erste Zweiergruppe dann in die Bahn – und plötzlich ging alles ganz schnell. Die ersten Pferde flogen förmlich über die Hindernisse. Mittlerweile hatte sich am Rande des Reitplatzes eine ganze Gruppe Schaulustiger versammelt, die in frenetischen Applaus verfielen bei der tollen Darbietung, die sie mitverfolgen durften. Diese Motivation von Außen und aus der Gruppe heraus verlieh den Springteams buchstäblich Flügel.

Stille Wasser springen hoch

Für alle Teilnehmer war es total spanend zu verfolgen, wie unterschiedlich die einzelnen Pferde mit den zu überwindenden Hindernissen umgingen. Während Nils‘ Pferd eher die minimal nötige Sprunghöhe erreichte, um das jeweilige Hindernis unbeschadet hinter sich zu lassen, entpuppte sich Claudias Deriva zu einer echten „Rampen-Sau“ auf dem Sprungplatz. Sobald sie das Hindernis angepeilt hatte, legte sie die Ohren an und schoss in gestreckten Galopp los, um dann buchstäblich über das Hindernis zu fliegen. Das in Claudias Ägidienberger Stute ein echtes Talent geweckt war, wurde schon am ersten Kurstag deutlich. „Ich habe richtig tolle neue Seiten an meinem Pferd kennen gelernt“ bestätigte Claudia strahlend.

Muskelkater ohne Ende

„Ich wusste gar nicht, dass ich hier Muskeln habe.“ war einer der Sätze, die am ersten Abend immer wieder zu hören waren. Pferde und Reiter waren erschöpft – aber total glücklich. „Ich habe selten so zufriedene Pferde gesehen. Die haben ja regelrecht gegrinst!“ bestätigte Christina. Leider machte sich der Muskelkater dann aber bei einigen Reitern über Nacht ganz schön bemerkbar. Und rang allen den ersten Mega-Lacher des zweiten Tages ab: Ohne Vorwarnung gallopierte Arn sofort nach dem Einreiten auf das Hindernis zu, schrie gerade noch rechtzeitig „Sprung frei“ und fegte dann mit ihrem Kenskaer über das mittlerweile 80 cm hohe Hindernis. Noch bevor ihr Pferd wieder richtig zum Stehen kam sprang sie ab und verkündete, sie habe jetzt genug Springereien veranstaltet – und könne einfach nicht mehr. Schluss, aus, basta und genug des Muskelkaters

WM-Stimmung

Auch bei Pannen wurde herzhaft gelacht. Julia landete zum Beispiel nach dem Sprung nicht mehr auf sondern hinter dem Sattel, was ihre Stute Hugsun ihr aber nicht über nahm. Julia musste allerdings so lachen, dass sie es nicht mehr ohne Hilfe in den Sattel zurück schaffte. Astrid und Kenskaer stiegen ebenfalls an etwas ungewöhnlicher Stelle vom Pferd ab, schüttelten sich einmal vor Lachen und waren direkt wieder zum nächsten Sprung bereit. Mutige Reiter und Pferde wurde mit dem tollem Applaus und Anfeuerungsrufen belohnt und unterstützt. Stimmung wie im Berliner WM-Hexenkessel – wenn nicht noch besser. Christina Koobs Fazit: „Das war mit Abstand der lustigste, spannendste Kurs den wir jemals auf dem Hof hatten!“ Fortsetzung folgt, selbstverständlich.

Mrz 16, 2015 | Posted by in Beritt, News | 0 comments