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Mein Profitipp: „Der Winterbeschlag“

Winterbeschlag Beitragsbild

Nicht in jeder Region und bei jeder Art von Pferdehaltung ist ein Winterbeschlag zwingend notwendig. Ich empfehle Winterbeschlag allerdings für Pferde, die in höheren Lagen ab 400 Meter untergebracht sind. Beginnen Sie rechtzeitig mit dem ersten Winterbeschlag, denn erfahrungsgemäß setzt der erste Frost mit Schnee bereits im November ein.

Der Schnee-Grip

Beim Winter-Beschlag wird Ihr Pferd wie gewohnt beschlagen. Allerdings legt der Hufschmied zwischen Huf und Eisen einen so genannten Schnee-Grip. Diese Gummi-Einlage verhindert, dass der Schnee am Eisen festfriert und sich Schneeklumpen im Huf festsetzen. Den Schnee-Grip können Sie bei Ihrem Hufschmied erwerben. Er ist über mehrere Beschläge wiederverwendbar. Lagern Sie ihn daher im Sommer an einem sicheren Ort, an dem Sie ihn zum nächsten Winterbeschlag rechtzeitig zur Hand haben!

Vidia-Stifte

Um Ihr Pferd vor dem Rutschen auf glatter Oberfläche zu bewahren, kann der Hufschmied Vidia-Stifte an den Eisen anbringen. Diese Stifte mit überaus festem Stahlkern sind weitaus kleiner als herkömmliche Stollen. Sie bleiben aber permanent am Eisen und sorgen so dauerhaft zumindest für einen minimal Rutsch-Schutz. Vidia-Stifte werden am Schenkelende des Eisens eingelassen und können über mehrere Beschläge hinweg wiederverwendet werden.

Stollen

Falls Ihr Pferd in einem Gebiet den Winter vebringt in dem mit starkem Schneefall und Glätte zu rechnen ist, sollten Sie zusätzlich zum Schnee-Grip und den Vidia-Stiften auf herkömmliche Stollen zurückgreifen. Sie sind in verschiedenen Größen und Varianten erhältlich.

Die einfachste Methode, den Winterbeschlag mit Stollen zu versehen, sind Steck- oder Schweißstollen. Diese bringt Ihr Hufschmied permanent an den äußeren Schenkeln der Eisen an. Diese Stollen bleiben die ganze Beschlagsperiode über an den Eisen. Der Vorteil ist, dass lästiges Stollenschrauben entfällt. Bei Pferden in Gruppenhaltung rate ich allerdings wegen der erhöhten Verletzungsgefahr von dieser Stollenvariante ab.

Schraubstollen sind vor allem dann empfehlenswert, wenn Ihr Pferd in Offenstallhaltung mit größeren Herden untergebracht ist, so wie bei Isländpferden meistens der Fall. Wie der Name schon sagt lassen sich Schraubstollen vor dem Reiten oder Arbeiten mit Ihrem Pferd in das Eisen einschrauben und danach wieder entfernen. Dazu wird Ihr Hufschmied in das Schenkelende des Eisens, unterhalb der Vidia-Stifte, ein Gewinde fräsen. In dieses Gewinde setzten Sie je nach Bedarf die Schraubstollen ein. Sie benötigen hierfür einen Schraubenschlüssel in passender Größe. Da sich in die Stollenlöcher zwischenzeitlich Verunreinigungen absetzen, müssen diese vor dem Einsetzen der Stollen jedes Mal erneut mit einem passenden Gewindereiniger gesäubert werden. Manchmal kommt es vor, dass dabei die Stollengewinde im Eisen beschädigt werden. Dann müssen die Gewinde mit einem Gewindeschneider nachgeschnitten werde. Alle Werkzeuge sind gängig und in Baumärkten erhältlich.

Pflege der Stollen

In der feuchtkalten Winterwitterung setzen die Stollen schnell Rost an. Dann sind sie schwieriger einzusetzen oder werden ganz unbrauchbar. Achten Sie deshalb nach dem Entfernen der Stollen darauf, die Stollen zu trocknen und in einem trockenen Gefäß aufzubewahren. Wenn Sie die Stollen zusätzlich noch mit etwas Haushaltsöl einreiben, können Sie diese sogar mehrere Winter lang benutzen.

So gut ausgerüstet steht einem schönen Reitwinter nichts mehr im Wege!

Mrz 25, 2015 | Posted by in Profitipps | Kommentare deaktiviert für Mein Profitipp: „Der Winterbeschlag“